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Der portugiesische Journalist Miguel Matos hat einen fantastischen Artikel über den Aufstieg der animalischen Noten in der Parfümerie geschrieben. Der Artikel besteht aus 3 Teilen. Ich versuche, hier eine kurze Zusammenfassung geben:

TEIL I: Zibet, Bibergeil, Styrax, afrikanischer Stein, Ambergris, Costus, Leder, Moschus, Kümmel… Animalische Noten sind zurück! Natürlich kann man dies nicht bei einem Besuch in einer Parfümerie feststellen. Es kann auch zu früh sein, um von einem echten Trend zu sprechen, aber 2015 war sicher das Jahr der animalischen Formulierungen in der Nischenparfümerie. Bei Ausstellungen wie Esxence (Mailand) und Pitti Fragranze (Florenz) erschienen sie sichtbar. Selbst in der TFWA Expo!

TEIL II: animalische Bestandteile waren Schlüsselelemente in der Vintage-Parfümerie. Sie verwandelten Blumenkompositionen in verführerische Erfahrungen, die mit unterschwelligen Ebenen der Verführung beigaben. Aber irgendwie verschwanden sie dann wieder, hauptsächlich wegen der offensichtlichen Frage der Grausamkeit (Moschus und Zibet), aber auch weil sie sehr teuer waren (wie Ambra) oder auch weil Menschen begannen, leichtere Düfte zu bevorzugen. Schöne Parfümbasen wie “Animalis” von Synarome gerieten somit in die Vergessenheit. Der aquatische Trend der 90er Jahre hat die animalischen Parfüms für immer ausgelöscht, mit ein paar Ausnahmen. Aber jetzt ist die Zeit gekommen, dass animalische Noten wieder möglich sind, auch auf Grund der Tatsache, dass es synthetische Äquivalente gibt, die tatsächlich genial riechen.

TEIL III: Barbara Herman ist eine Bloggerin (yesterdaysperfume) und Autorin des Buches Scent & Subversion. Sie war eine der ersten, die die Bedeutung der animalischen Elemente in der Parfümerie verteidigte. Vintage-Parfüm ist ihre Sache, und genau über solche verlorenen duftenden Erinnerungen schreibt sie auch. “Zibet. Moschus. Faule Frucht. Damenunterhosen. Schmutziger Aschenbecher. Blut. Dieser Katalog von Gerüchen ist vielleicht fehl am Platz in einer Diskussionen über Parfüms, aber alle diese Gerüche wurden Metaphern für alles das, was meinem modernen, sterilen Büroleben fehlte”, schrieb sie. “In der virtuellen, desodorierten, homogenisierten und antiseptischen Welt fühlte ich mich zu diesen stinkenden Dinge hingezogen (…) “

Es ist ein wirklich schöner Artikel. Habt eine erfolgreiche Woche! Eure Franziska

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